Chronik

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Waidendorf

Die schriftlichen Aufzeichnungen über die FF Waidendorf reichen bis ins Jahr 1886 zurück. Aus der Zeit vor 1886 geben Aufzeichnungen der Pfarrchronik ein Bild der furchtbaren Feuersnöte, die durch die damalige Lebens- und Bauweise begünstigt wurden und der trostlosen Zustände der Feuerbekämpfung in dieser Zeit.

So geben Sie schließlich auch Aufschluß darüber, wie es zur Gründung einer eigenen Ortsfeuerwehr kam.

Einige Ereignisse seien hier als Beispiel angeführt:

Die Pfarrchronik berichtet über die Anschaffung von Feuer-Löschrequisiten schon im Jahr 1844 und zwar 1 Feuerhaken, 1 Feuerleiter, 2 Handspritzen und 6 Wasserkörbe.

Bei einem Brand im Februar 1852, bei dem 13 Häuser und 9 Scheunen zerstört wurden, kamen bereits Spritzen aus Ebenthal, Dürnkrut, Götzendorf und Spannberg zum Einsatz, aber schon im darauffolgenden Monat fielen 9 Häuser einem neuerlichen Brand zum Opfer.

Immer wieder kam es zu vereinzelten und ausgedehnten Bränden. Im Jahr 1855 ist auch der Brand des Gemeindewirtshauses vermerkt.

Umsichtigen Schriftführern und Kommandanten ist es zu verdanken, daß vom Jahr 1886 bis heute eine lückenlose Protokollführung vorliegt, die es gestattet, eine Rückschau auf das Werden und Wirken unserer Wehr über einen Zeitraum von 115 Jahren zu halten.

Wir erfahren von Versammlungen, wichtigen Beschlüssen, über die Organisation, von der Anschaffung der notwendigen Ausrüstung, von Einsätzen bei Bränden und sonstigen Katastrophen, aber auch von der Öffentlichkeitsarbeit, wie Abhaltung von Festen und Teilnahme an Bewerben.

Es ist ein umfassender Bericht, der sich aber auf dieser Internetseite nur auszugsweise andeuten läßt.

Gründung der FF Waidendorf am 6. Juni 1886 (1. Protokoll)

Nach einer Vorstellung in der Gemeindekanzlei werden laut Beschluß Ausrüstungsgegenstände für 28 Mann, nämlich "Zschacko und Hackl, samt Gurten und die nötigen Auszeichnungen", angeschafft. Das Geld dafür muß bis zur Sammlung am 13. August 1886 noch geliehen werden.

Der ersten Vereinsleitung gehörten laut Stammbuch an:
Ferdinand Münzker, Hauptmann
Josef Ehm, Stellvertreter
Georg Seehofer
Stanislaus Schmid
Lorenz Tuschl
Josef Köllner
Hubert Pelzl

Am 22. Februar 1887 ergeht an die Gemeinde, Hernn Bgm. Ferdinand Münzker, ein Ansuchen, wegen der Anschaffung eines Feuervorspannes und dazugehörigen Tafeln, sowie von Vorspannketten mit Ring.

In den Jahren 1887 und 1888 werden Funktionärswahlen durchgeführt, aber bereits aus dem Protokoll vom 27. Jänner 1888 geht hervor, daß sich durch die jährliche Neuwahl Zwistigkeiten in der Mannschaft ergeben, die eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit stören. Deshalb ergeht an die Gemeinde ein Ansuchen um Bewilligung einer 3-jährigen Funktionärswahl.

Am 19. Februar 1888 ladet der Bezirks-Feuerwehrverband die hiesige Wehr zu einer Versammlung in Ebenthal ein. Die Gemeinde wird ersucht, dem Verband beitreten zu dürfen.

Der Feuerwehrgruß "Gut Heil" wird eingeführt.

Im Protokoll vom 24. Februar 1888 ist vermerkt, daß die FF Waidendorf mit drei Schlitten mit "lustigen Feuerwehrsignalen" zur Bezirksfeuerwehr-Verbandstagung nach Ebenthal fährt.

Der Verbands-Mitgliedsbeitrag beträgt zu dieser Zeit 1 Gulden, 50 Kreuzer pro Wehr und Jahr.

Am 21. August 1888 wird beschlossen, für jeden Feuerwehrmann ein Helmwappen anzuschaffen. Beim Bezirksfeuerwehrtag in Prottes einigt man sich, eine einheitliche Uniform einzuführen.

 

16.04.1889
Ansuchen um Gewährung einer Subvention an das k. u. k. Steueramt, für den Ankauf von Löschrequisiten

23.12.1894
Bezirksausschuß faßt wichtige Beschlüsse (Erhebung einer Statistik, Erlaß einer Dienstordnung, ...)

30.08.1895
Die FF Waidendorf verhindert ein Weitergreifen des Brandes der Bäckerei Franz Braun aus Dürnkrut

1896

  • 28.07.1896
    es brennen binnen kürzster Zeit 5 Scheunen und 3 Schober nieder. Neben der FF Waidendorf beteiligen sich 9 Feuerwehren aus der Umgebung an den Löscharbeiten.

    20.06.1897
    10-jähriges Gründungsfest der FF Waidendorf

    19.05.1898
    ein Mannschafts- und Wasserwagen wird angeschafft. Der Wagen wird von Wagnermeister Josef Greis und Schmiedemeister Lorenz Spatt aus Waidendorf hergestellt. Letzterer muß 2 Jahre für die Tragfähigkeit haften.

    28.04.1900
    Feuer im Stall von Sebastian Frohner. Die Arbeit der bereits gut ausgerüsteten Wehr kann ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Häuser verhindern.

    01.05.1900
    abermals brennt bei Sebastioan Frohner die Scheune. Bei den Löscharbeiten wird Josef Rathammer von der Götzendorfer Spritze überfahren und stirbt am 03.05. an den Verletzungen.

    03.05.1903
    die Floriani-Statue, gewidmet von den Familien Fradinger und Waditschatka, wurde feierlich eingesegnet. Dechant Johann Raff von Leopoldsdorf und 5 Priester sind anwesend.

    1904
    Ankauf eines Hydrophor

    12.06.1911
    25-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe. Überreichnung von Ehrenmedaillen an Johann Zillinger, Johann Waditschatka und Matthias Schrammel. Nach einer Schauübung findet noch ein Konzert und Tanzkränzchen statt.

    20.08.1913
    am Rohrweg brennen 7 Häuser

    07.09.1919
    es wird beschlossen, den Wasserwagen in einen Mannschaftswagen umzuändern, sowie eine Schlauchwinde zum Trocknen der Schläuche am Feuerwehrhaus anzubringen.

    03.06.1926
    Feuerwehrtag mit 40 jährigem Gründungsfest.

    05.02.1929
    Scheune des Vinzenz Wagner brennt mit 3 Wagen und einer Dreschgarnitur ab.

    03.02.1935
    Johann Wditschatka sen. wird zum Ehrenhauptmann der FF Waidendorf erklärt

    25.08.1935
    Beschluß, daß  man sich auch um die Ausbildung und Weiterbildung der Wehrmänner Gedanken machen muß; Hauptmannstellvertreter Johann Waditschatka jun. wird zu einem Kurs entsandt.

    15.02.1936
    Haupmannstellvertreter Waditschatka hält als Absolvent der Fachschule Wr. Neustadt einen 3-stündigen Vortrag über "moderne" Brandbekämpfung, Löschgeräte und Dienstreglement.

    08.05.1937
    Freunde und Förderer der FF Waidendorf, Pfarrer Wittek, Bgm. Vinzenz Wagner und der Mühlenbesitzer Eduard Korseska werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

    23.01.1938
    Beschluß, bei Begräbnissen von FF Kameraden geschlossen auzurücken, sowie Träger, Musik und Kranz beizustellen.

    In den Kriegsjahren ist die freie Arbeit der Wehren unterbunden und es muß nach den damals bestehenden Vorschriften gehandelt werden. Es finden keine Versammlungen statt, die jeweiligen Funktionäre werden durch die Gemeinde bestimmt.

    16.01.1947
    1. Sitzung nach dem Krieg. Es gilt Wiederaufbauarbeit zu leisten. Die erste Aufgabe ist es nun, die durch Kriegswirren verstreuten und teilweise vernichteten Ausrüstungsgegenstände zu sammeln und wieder instandzusetzen.

    26.01.1947
    neue Vereinsleitung wird gewählt. Neue Mitglieder werden angeworben und aufgenommen.

    24.04.1948
    FF Waidendorf tritt wieder in der Öffentlichkeit auf. Der neue Gruß "Gut Wehr" wird eingeführt.

    02.01.1949
    Beschluß, neue Blusen samt Kappen anzuschaffen, die Bezahlung übernimmt die Gemeinde

    09.02.1952
    Feuerwehrball, der Reingewinn wird dazu verwendet, eine Sirene anzukaufen. Weiters wird der Beschluß gefaßt, neue Schläuche anzuschaffen.

    24.12.1953
    Kdt. Waditschatka erhält die silberne Verdienstmedaille

    15.07.1954
    Hochwassereinsatz in Schloßhof

    21.06.1955
    Ehrenmitglied Eduard Korseska schenkt der FF Waidendorf seinen LKW, der von Feuerwehrmännern für die Zwecke der FF umgebaut wird.

  • 20.08.1955
    durch einen Blitzschlag werden 2 Scheunen der Familien Glück und Dach an der Ebenthalerstraße ein Raub der Flammen.

    08.01.1956
    Ankauf einer Motorspritze mit Luftkühlung. Der Schlauchturm wird bis Mai 1956 fertiggestellt.

    15.07.1956
    70-jähriges Gründungsfest. Das ganze Dorf nimmt Anteil an den Festlichkeiten, die Wehr demonstriert Einigkeit und Einsatzwille.

    22.09.1961
    die Wehr erhält von der ÖMV ein leichtes Löschfahrzeug mit eingebauter Heckpumpe zu sehr günstigen Bedingungen.

  •  

    24.08.1962
    Bekämpfung eines Großbrandes im Stall der Zuckerfabrik Dürnkrut

    14.11.1962
    Brand im Trockensilo der Zuckerfabrik Dürnkrut

    1963
    Hochwasser im Ort

    1965
    Einsätze beim Auspumpen von Kellern und Brunnen. Zeughaus wird innen und außen renoviert.

    24.06.1967
    Bezirksfeuerwehrtag in Waidendorf. Bei den Wettkämpfen erringt die Wehr den 1. Preis in Silber. Die Feldmesse am Sonntag, dem 25.06. findet bei sehr heißer Witterung statt. Festredner sind Landesfeuerwehrkdt. Kast, Bezirksfeuerwehrkdt. Fromm, Bgm. Franz Fleckl und BH Stellvertreter Reg. Rat Strasser.

    07.01.1968
    Schriftführer Georg Wagner, der dieses Amt seit 1931 ausübt, wird zum Ehrenschriftführer ernannt.

    25.08.1968
    Wehr beim Hochwassereinsatz in Prottes

    1968
    Bei einem Einsatz beim Kellerauspumpen mittels einer VW-Pumpe wird Kamerad Stary infolge einer Auspuffgasvergiftung bewußtlos. Dies gab den Anlaß zum Ankauf einer Elektro-Schmutzwasserpumpe, zu der auch die Gemeinde einen namhaften Betrag beisteuert.

    29.04.1972
    Brand der Scheune des Leo Starnberger. 1 Esel und 3 Schafe verbrennen.

    05.01.1975
    Beschluß, ein neues Kleinlöschfahrzeug anzukaufen

    06.01.1976
    Küchenbrand im Hause des Leopold Schubert; hier wird festgestellt, daß ohne schweren Atemschutz der Einsatz durch die giftigen Dämpfe sehr gefährlich ist. Daher wird beschlossen, 2 Atemschutzgeräte anzuschaffen.

    02.05.1976
    das neue Kleinlöschfahrzeug wird im Zuge der Florianifeier beim Florianidenkmal unter reger Teilnahme der Bevölkerung eingeweiht

    1977
    eine neue Tragkraftspritze mit automatischer Ansaugung wird angekauft. Die Gemeinde übernimmt die Kosten für die Spritze. Dafür wird das Zeughaus in eigenleistung der FF innen neu verputzt.

    Landessieger in Laa/Thaya

  • 24.07.1978
    FF Waidendorf kommt bei einem Brand der Kirche in Velm-Götzendorf zum Einsatz

    11.01.1979
    Brand im Stall des Josef Breyer, bei minus 10°C. Bei den Löscharbeiten muß schwerer Atemschutz eingesetzt werden.

    09.-12.04.1980
    FF Waidendorf unternimmt mit 10 Mann eine Fahrt nach Eindhoven in Holland, zu internationalen Wettbewerben. Unsere Abordnung findet Unterkunft bei der Wehr von Waardenburg. Die Männer finden auch Gelegenheit zur Besichtigung von Amsterdam und dem Westerwall.

    04.01.1981
    Am 4. Jänner 1981 wird unter dem Kommando Kdt. HBI Boyer Leopold, Kdt-Stv. BI Ehm Kurt u. V. Rothmüller Franz der Beschluss gefasst ein neues Feuerwehrhaus zu bauen

    Das alte Zeughaus entsprach nicht den Erfordernissen der heutigen Zeit und verfügte nicht über die notwendigen techn. Einrichtungen. Vor allen bestand keine Möglichkeit ein zweites Einsatzfahrzeug unterzubringen, Schulungen abzuhalten und das sanitäre Problem zu lösen.

     

    Das Ansuchen um die Errichtung des neuen Feuerwehrhauses wurde an die Gemeinde unter Bürgermeister Ludwig Huber gestellt. Wobei die Materialkosten von der Gemeinde, durch Bedarfszuweisung vom Land NÖ. und Spenden der Bevölkerung aufgebracht werden sollten. Die anfallenden Arbeiten würden in Eigenleistung erfolgen

     

    Nach Zustimmung der Gemeinde wurde am 9.12.1981 der Bau mit der Baukommission eingeleitet

     

    Am 3.4. 1982 – 7:30 – erfolgte der Spatenstich

     

    Vom Spatenstich im Jahr 1982 bis zur Segnung des neuen Feuerwehrhauses zur 100-jahrfeier im Juni 1986 wurde am Bau fleißig gearbeitet. Das gesamte Feuerwehrhaus wurde von Feuerwehrkameraden und freiwilligen Helfern in Eigenleistung erbaut und eingerichtet

     

    Verarbeitet wurden

     

    450 m³Schotter u. Sand
    860 sack Zement
    3600 Stück Hohlblockziegel
    10 m³ Bauholz u. 365 m² Bretter für den Dachstuhl
    8200 Stück Eternitsteine

     

    Arbeitsstunden

    Feuerwehrkameraden 4.621.Stunden

    Privatpersonen 1.511 Stunden

  • 16.01.1981
    Ehrung von EABI Johann Waditschatka und EBI Johann Lindbichler für 60 Jahre Zugehörigkeit zur Wehr.

    22.02.1982
    Brand im Heurigenlokal Rudolf Strauß, wobei die Decke verbrennt. Der Dachstuhl kann gerettet werden.

    18.12.1982
    Übergabe eines Kleinrüstfahrzeuges an die FF in der Feuerwehrschule Tulln, welches aus den Mitteln des Katastrophenfonds mit 70% subventioniert wurde. Der Kostenanteil der Gemeinde beträgt mit 30%, ATS 156.800.--

    1983
    es wird eine stärkere Schmutzwasserpumpe angekauft

    1986
    100-jähriges Jubiläum der FF Waidendorf. Einweihung des neuen Feuerwehrhauses.

  • Nach der 100-Jahr Feier im Sommer 1986 scheidet Verwalter Rothmüller aus dem Kommando aus wird zum Ehrenverwalter ernannt und von Verwalter Hans Hasitzka abgelöst.

    1988

    Zur Erhöhung der Schlagkraft bzw. zum besseren Schutz der Bevölkerung wurde im Jahre 1988 der Beschluss gefasst ein gebrauchtes TLF 2000 von der FF Hochwolkersdorf zu erwerben.

    1994

    Anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahr1994 wurde Kdt. HBI Boyer für seine Verdienste und Leistungen für Feuerwehr und Gemeinde der Ehrenring der Marktgemeinde Dürnkrut verliehen.

     

    1995/1996

    In den Jahren 1995bzw. 1996 wurde zur Verschönerung des Ortsbildes alte „Zeughaus“ außen und innen renoviert

    21.1.1996 Kdt. HBI Boyer scheidet nach 30-jähriger Tätigkeit alterbedingt aus dem Kommando aus

    Neues Kommando
    Kdt: OBI Hermann Boswald
    Kdt- Stv: BI Franz Fleckl jun. bis 2001
    Kdt- Stv. BI Franz Stary ab 2001
    Verwalter: V Hans Hasitzka                      

    1997

    Im Frühjahr 1996 wurde auf Ansuchen des Bürgermeisters bei der NÖ Landesregierung die Mindestausrüstungsverordnung geändert. Im September hat der Gemeinderat beschlossen für die FF Waidendorf einRLF-A2000 anzukaufen welches dann am 22.10.1997 übernommen wurde.

    Unser Altes TLF wurde uns von der NÖ Landesregierung abgekauft und als Geschenk des Landes NÖ an eine Feuerwehr in Chile weitergegeben.

  • 2011

    125-jähriges Jubiläum der FF-Waidendorf

     

    02.05.2013
    Für das RLFA-2000 wird ein neuer Stromgenerator angeschafft

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